Portrait

Vorgeschichte

Schon bald nach dem 1. Weltkrieg wurden die Feriengäste und die Einheimischen in Spiez mit musikalischen Darbietungen verwöhnt. Der Verkehrsverein Spiez (VVS) unterstützte im Jahre 1924 zwei klassische Konzerte, nämlich ein Klavierrezital sowie einen Liedervortrag mit Werken der Winterreise von Schubert und Dichterliebe von Schumann.

Mit der Öffnung des Schlosses Spiez für die Öffentlichkeit im Jahre 1929 wurden vermehrt auch kulturelle Veranstaltungen mit Unterstützung des VVS im Schlosspark, im Schlosshof oder im Schloss selber organisiert. Am Sonntag, 2. Juni 1935, um 16 Uhr spielte der Orchesterverein Spiez unter der Leitung von Fritz Münger im Schlossgarten; es wurde kein Eintritt erhoben. Anfangs Juli 1937 fand am Vorabend des Sommerfestes ein Konzert in der Schlosskirche statt. Ein Solistenensemble mit Gertrud Heubach-Regez, Heidi Kasser, Vreni Seelhofer und Hans Moser sowie der Sopranistin Klara Barben interpretierten Werke von Händel, Purcell, Veracini und Mozart. Zudem sangen der Jugendchor und der gemischte Chor der Blindenanstalt Faulensee sechs Lieder. Diese ca. 30 blinden Sängerinnen und Sänger unter der Leitung ihres ebenfalls blinden Dirigenten Kölliker traten mit grossem Erfolg in der ganzen Schweiz auf und waren berühmt für ihre hervorragende Gesangskultur. Tradition hatten schon in den zwanziger und dreissiger Jahren die Kurkonzerte in den verschiedenen Spiezer Hotels, sowie die Promenadenkonzerte im Schlosspark während der Sommerzeit, und zwar sonntags sowie auch manchmal donnerstags. Diese Konzerte wurden von den vier Spiezer Hotels Eden, Des Alpes, Belvédère und Terminus organisiert und finanziert. Während der Kriegsjahre erfreute ein 3-Mann-Orchester Gäste und Einheimische im Hotel Terminus. Ebenfalls Tradition hatten die Konzerte des Kirchenchors Spiez. Nach der Renovation der Schlosskirche nach dem 2. Weltkrieg trugen die Sängerinnen und Sänger jeweils Ende Juni einem grossen Publikum die erarbeiteten Werke ihres Jahresprogrammes vor. Diese Konzerte des Kirchenchores unter der Leitung ihres umsichtigen Dirigenten Hans Moser fanden bis Ende der sechziger Jahre statt; wegen Terminkollision mit den «erweiterten» Schlosskonzerten wurde diese Veranstaltung nicht mehr weitergeführt.
Alfred Heubach, Schlossverwalter und Sekretär des Verkehrsvereins Spiez, regte nach dem 2. Weltkrieg im Vorstand des VVS die regelmässige Durchführung von klassischen Konzerten im Schlossareal an. Dem Protokoll vom 4. März 1946 entnehmen wir: «Der Sekretär befürwortet die Durchführung von Konzerten des Berner Kammerorchesters, die als sog. Serenaden an Sommerabenden im Schlosspark abgehalten werden könnten. Die geplanten Konzerte wären eine Grundlage für den späteren Ausbau solcher musikalischer Veranstaltungen. (...)

Mag auch die Verwirklichung der Kammermusik-Konzerte mit einem finanziellen Risiko verbunden sein, so bedeutet die musikalische Veranstaltung eines bekannten Berner Orchesters für Spiez eine wertvolle Propaganda, die mit den Jahren ausgebaut werden kann und deshalb die finanzielle Unterstützung durch den VV und die Gemeinde rechtfertigt.»
Und obwohl (schon damals) nicht alle Vorstandsmitglieder vom Engagement des Verkehrsvereins für klassische Konzerte überzeugt waren, sondern lieber sportliche Anlässe finanziell unterstützt hätten, steht im bereits erwähnten Protokoll: «Der Vorstand beschliesst einstimmig, die Serenaden des Kammer-Orchesters durchzuführen und denkt vorläufig an zwei Aufführungen.»

Aus der Broschüre «50 Jahre Schlosskonzerte Spiez»

 

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