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Schwingungen bei den Schlosskonzerten

Vom 6. bis 27. Mai finden in der Schlosskirche acht Konzerte statt. Die nunmehr 72. Ausgabe der Konzertreihe wird vom Verein Schlosskonzerte Spiez unter das Thema «Schwingungen» gestellt.

Musik und Schwingungen mögen rein physikalisch voneinander abhängen, der Veranstalterin der Spiezer Schlosskonzerte geht es bei den acht Maikonzerten indessen um mehr. «Über das rein Akustische und Optische hinaus soll das Publikum vor allem die Ausstrahlung der Auftretenden spüren und den Künsterinnen und Künstlern unmittelbar ein Feedback des kollektiven Wohlbefindlichkeitspegels ermöglichen », schreiben die Veranstalter zur 72. Konzertreihe.

Doppelter Genuss zum Start

Die Anlässe in der romanischen Schlosskirche werden am Sonntagmorgen, 6. Mai, mit dem traditionellen Kinderkonzert eröffnet. Dem Bilderbuch «Der Teddy und die Tiere» von Michael Ende folgend, erzählt ein Schauspieler die Geschichte von Teddy Waschbar. Der alte, verwaschene Teddybär fragt sich, wozu er auf der Welt ist, und macht sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Musikalisch begleitet wird die Bärengeschichte von einem Bläserquintett.

Am selben Abend offerieren der Steffisburger Vital Julian Frey am Cembalo und Ana Oltean Zehnder mit der Querflöte Meisterwerke. Verschiedene Sonaten als brillante Zeitsprünge oszillieren zwischen 18. und 20. Jahrhundert, sprich Händel und Bach-Sohn Wilhelm Friedemann bis zum zeitgenössischen spanischen Komponisten J. L. Turina. Dieses Konzert wird gemeinsam mit der Stiftung Schloss Spiez durchgeführt und mit einem Apéro gekrönt.

Der Auffahrtsfreitag, 11. Mai, räumt Platz für «ein Fest der feinen Sinne» ein. Zu hören sind Werke von Schubert (unter anderem «Der Tod und das Mädchen ») und Ravel, dargeboten durch das Basler Streichquartett. Das als Tradition geführte Konzert «Jung und leidenschaftlich » am Mittwoch vor Pfingsten (16. Mai) gehört frühreifen Talenten mit Violine, Violoncello und am Klavier. Die drei Jugendlichen aus der kantonalen Talentförderung sind zwischen 14 und 17 Jahre jung und lassen Werke von der Wiener Klassik bis zur Romantik, teilweise mit spanischem Einschlag, erklingen.

Vital und lebensbejahend

Buntes und Überraschendes versprechen am 18. Mai im fünften Konzert Grooving Klezmer. «Hochemotional, inspirierend und aus dem Moment geboren, erzählt das Duo an Klarinette und Klavier vital und lebensbejahend Geschichten mit einem ganz eigenen Blick für die Schönheiten dieser Welt, manchmal auch geprägt von Melancholie im Angesicht von Leid und Trauer», informiert das siebenköpfige Schlosskonzerteteam um Vereinspräsident Ruedi Bernet.

Und was alles kommt in einer gesungenen Dreiecksbeziehung zum Schwingen? In zwei Kurzopern von W. A. Mozart sowie Adolph Adam inszenieren ein Terzett (mit den Einheimischen Daniela Eaton Freiburghaus und Martin Weidmann) mit Begleitung am Klavier, wie Irrungen und Wirrungen musikalisch auch in einem harmonischen Dreiklang enden können. Dies dann am Pfingstmontagabend, 21. Mai.

Drei Sonaten für Violine/Viola und Klavier umkreisen das Lebensgefühl «frei, aber einsam», das verschiedene Komponisten musikalisch umgesetzt haben. Die zunehmende Taubheit isolierte Beethoven in der Gesellschaft, wohingegen die drei befreundeten Komponisten Dietrich, Schumann und Brahms aufbauend auf den Tönen F, A und E ein Gemeinschaftswerk gestalteten. Drei das Thema aufgreifende Werke – gespielt von Mirjam Tschopp und am Klavier begleitet von Riccardo Bovino – sind am letzten Freitag im Mai in der Schlosskirche zu hören.

Den schwingenden Ausklang der Spiezer Konzertserie gestaltet am Sonntagabend, 27. Mai, der Berner Mike Goetz am Piano mit Gregor Beck an den Drums. Der musikalische Rundgang durch die Jazzstile Anfang des letzten Jahrhunderts pendelt von Ragtime über Stride bis zum Swing und wird kulinarisch von einem Pausenapéro aufgelockert.

Der Verein Schlosskonzerte Spiez ist gespannt, wie die Schwingungen im romanischen Kirchenraum ihr Publikum erreichen und die Ausstrahlung der Künstler vielleicht auch auf einer bewusst wahrgenommenen Ebene geortet werden kann.

Text: Berner Oberländer vom 4.4.2018, mgt/jss

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