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Der Mai bringt Schwingungen ins Schloss

Die Vorbereitung auf die 72. Schlosskonzerte Spiez war speziell, da es kurzfristige Änderungen gab und die Revision der Orgel in der Schlosskirche länger dauert. Unter dem Oberthema «Schwingungen» finden vom 6. bis zum 27. Mai acht stilistisch unterschiedliche Konzerte statt.

Vital Julian Frey mit Alicia Lopez

Was steckt hinter der Idee des Motivs «Schwingungen»? «Es geht uns um ein Oberthema, welches den Zuhörenden dient, ein musikalisches Erlebnisfeld speziell wahrzunehmen. Musik und Schwingungen gehören bereits physikalisch eng zusammen», erklärt der künstlerische Leiter der Schlosskonzerte, Ruedi Bernet. Ihm und seinem Team geht es um mehr: Ausführende Musikerinnen und Musiker haben über das rein Akustische und Optische hinaus eine geheimnisvolle Ausstrahlung, die für das Publikum spürbar ist. Es gebe Ensembles, die bei ihren Auftritten unglaublich in ihren Bann zögen, während andere weniger begeisterten, ohne dass dies musikalisch begründbar wäre.

Nicht messbar, aber spürbar

Diese Schwingungsebene funktioniere ebenso in der Gegenrichtung. Die Ausführenden spüren ein Publikum, dessen Energie und Stimmung, und werden davon beeinflusst. «Um dieses nicht messbare, aber durchaus spürbare Wechselspiel zwischen Ausführenden und Zuhörenden geht es in der 72. Austragung der Schlosskonzerte Spiez», erklärt Ruedi Bernet.

Pech und glückliche Lösungen

Die Spiezer Schlosskonzerte hatten in diesem Jahr doppeltes Pech. Deshalb kommen Freuden und Leiden des Festivalorganisators mit ins Spiel. Wie gingen er und das Vorbereitungsteam mit der Situation des Umdisponierens um? «Die Vorbereitung auf den diesjährigen musikalischen Mai in Spiez war speziell, da sich gleich bei dreien von acht Konzerten späte Änderungen ergaben. Da ist zum einen die Tatsache, dass die Revision der Schlosskirchenorgel nicht termingerecht abgeschlossen werden konnte und einen dicken Strich durch die Rechnung machte », bedauert Ruedi Bernet. «Wir planten, die neu auferstandene historische Königin der Instrumente im Rahmen eines Orgeltages zusammen mit dem Schloss feierlich einzuweihen und zugleich für das Kinderkonzert einzusetzen. Nun mussten wir die beiden ersten Konzerte neu besetzen, was auch gut gelang.»

Für das Vokalkonzert vom Pfingstmontag ergab sich ein anderer unerwarteter Zwischenfall: Unterschiedliche inhaltlichkonzeptionelle Auffassungen zu einer ins Auge gefassten Programmänderung liessen sich innerhalb des Ensembles nicht mehr unter einen Hut bringen. Deshalb wird das Vokalkonzert nun unter einem neuen Titel, mit neuem Inhalt und bedauerlicherweise ohne den Bassisten Martin Weidmann stattfinden. «Ich hoffe, dass wir Martin Weidmann in einem der nächsten Jahre mit eigenem Programm einladen können», blickt Ruedi Bernet bereits voraus.

Flexibilität bewiesen

Und wie reagierte der künstlerische Leiter? «Auftretende Schwierigkeiten sind auch für Konzertveranstalter unbeliebt und unangenehm. Zetern bringt nichts, es galt für uns als Team, rasche und adäquate Lösungen zu suchen, also Flexibilität zu beweisen und die Mehrarbeit in Kauf zu nehmen. Es ist glücklicherweise auch das allererste Mal in den von mir selber hautnah erlebten neun Jahren Schlosskonzerte Spiez, dass wir mit so unerwarteten Ereignissen zu tun hatten. Nun wünschen wir uns einen grossen Publikumszuspruch und von der Musik berührte Zuhörende, bei denen die Konzerte noch lange nachschwingen. Wenn dann auch noch schönes Maiwetter für den Gang in die Schlosskirche mitspielt. »

Text: Berner Oberländer vom 3.5.2018, Heidy Mumenthaler

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