Presse

Von Liebe und Muse geküsst

Passend zur Schloss- und Hochzeitskirche stand am 6. Schlosskonzert die Liebe im Zentrum. Die Zuhörenden erlebten in facettenreichem Programm zum Ausklang des Pfingstwochenendes einen erfrischenden, vergnügten Liederabend.

Daniela Eaton, Michael Mogel und Rahel Sohn Achermann

Wunderbar-glückselig ist der Zauber der neuen Liebe. Ebenso vergnüglich, erfrischend und wohltuend war der Liederabend am 6. Spiezer Schlosskonzert. Anstelle der ursprünglich angekündigten Kurzopern boten die einheimische Sopranistin Daniela Eaton, der in Regensburg geborene Tenor Michael Mogl und die Pianistin Rahel Sohn Achermann ein facettenreiches Liederprogramm. Bestens zur (ausverkauften) Schloss- und Hochzeitskirche passend, stand die Liebe im Zentrum. Musikalisch, kompositorisch und stimmlich passte zum Auftakt Schuberts «Licht und Liebe». Bereits im zweiten Duett von Schumann machte sich ein Schmunzeln in den Reihen der Zuhörenden bemerkbar.

Voller Hingabe besangen Daniela Eaton-Freiburghaus und Michael Mogl die Liebe. Sehnsüchte, Träume und erste Kussbekenntnisse kamen voll zum Tragen. Dabei wurde auch hörbar, wie es sich anfühlt, wenn diese Stimmung verfliegt und der Herzschmerz überhandnimmt – einmal himmelhoch jauchzend, ein andermal zu Tode betrübt. Mit viel Gespür und Ausstrahlung interpretierten die Sopranistin und der Tenor im Duett und im Wechsel die unterschiedlichen Stimmungen.

Ausdrucksstark und poetisch

Unauffällig verschmolz die Pianistin durch ihr technisch-perfektes, leichtfüssiges und mitfühlendes Spiel die Vokaleinsätze von Eaton und Mogl zum harmonischen Ganzen. Bereits als Begleiterin der Schumann-Duette zeichnete sich Rahel Sohn Achermann durch grosse Anpassungsfähigkeit aus. Im weitgehend unabhängigen Klaviersatz aus Hugo Wolfs italienischem Liederbuch bewies sie sowohl starke dramatische Ausdruckskraft wie auch eine nachhaltige poetische Ader.

Ebenso in ihrer solistischen Einlage «Valse lente» von Oskar Merikon legte sie ein feinsinniges, von Wärme getragenes Spiel zutage. Exakt abgewogene Klänge sorgten für Transparenz in der Abstufung – ein genussreiches Unterfangen. Keck klang der erste Teil mit italienischen Liedern von Tosti und Rossini aus.

Ins Schwelgen versetzten bekannte Titel aus Operetten. Die leichte, heitere Muse reichte von Zeller über Robert Stolz bis hin zu Lehár, Johann Strauss und Liedern aus den 30er-Jahren. Mit dem titelgebenden Evergreen-Duett des Schweizer Komponisten Friedrich Schröder «Ich tanze mit dir in den Himmel hinein» klang eine vergnügte, spannungsvolle Liebesgeschichte aus. Die klaren Stimmen harmonierten gut und verschmolzen behutsam bis kraftvoll in ein Ganzes. Beeindruckend wirkte die perfekte Diktion des Tenors vom ersten bis zum letzten Lied. Die Sopranistin kam ab den italienischen Liedern von Tosti und Rossini so richtig in Fahrt. Der grosse Stimmumfang, die Leidenschaft und das Charisma überzeugten und lösten kräftigen, lang anhaltenden Applaus aus. Das Publikum entliess das Künstlertrio erst nach der Zugabe von Paul Abrahams «Good Night» aus den Liebeszenen.

Text: Berner Oberländer vom 23.5.2018, Heidy Mumenthaler

zurück zu den Pressemitteilungen 2018