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Letzte Schwingungen in der Kirche

Mit einem musikalischen Rundgang durch die Jazzklavierszene der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beendeten Mike Goetz und Gregor Beck die Schlosskonzerte Spiez unter dem Titel «Schwingungen».

Mike Goetz und Gregor Beck

Unter dem Titel «From Ragtime to Swingtime» intonierte der Berner Pianist Mike Goetz – gemeinsam mit dem versierten Drummer Gregor Beck aus Stuttgart – zum Abschluss der Spiezer Schlosskonzerte 2018 in der Schlosskirche einen bunten Strauss musikalischer Köstlichkeiten. Mit grossem Engagement spielten die beiden Werke im Jazzklavierstil der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, unter anderem von Fats Waller, Duke Ellington oder Jelly Roll Morton.

Von Schwingungen geprägt

Zum Auftakt begeisterte Goetz mit einigen Solowerken wie dem «Saint Louis Rag» oder «Canadian Capers» die rund 140 Besucher. Mit schlafwandlerischer Sicherheit tanzten seine Finger über die Tasten, dabei beeindruckten die vielen Tempo- und Volumenwechsel. Die Klänge des «Saint Louis Rag» umschmeichelten das Publikum mit beschwingtem Volumen, während der «American Beauty Rag» vom Wechsel zwischen weich fliessendem Timbre und spritzigen Klangfolgen geprägt war. Bei seiner Vorliebe für den Stride-Stil brillierte Goetz natürlich mit einigen Leckerbissen aus diesem Repertoire. Mit «Carolina Shout» oder dem impressionistisch angehauchten «Thru for the Day» füllte er die Kirche mit herrlichen Schwingungen. Schön war, dass der Pianist kompetent und mit viel Charme durchs Programm führte.

Herausragendes Drumsolo

Brillante Highlights waren die Darbietungen mit dem Drummer. Filigran wie auch kraftvoll bereicherte Gregor Beck die Klaviermelodien. Einmal war sein Spiel grazil, dann wieder temporeich und kraftvoll. Tosenden Applaus erntete er jedoch mit seinem genialen Drumsolo «Liza». Mit wirbelnden Sticks, untermauert von Paukenschlägen, produzierte er im Wechsel mit den weichen Klängen der Besen aussergewöhnliche Klangbilder.

Mit einem fesselnden «Wild Cat Blues» wie auch mit dem von Goetz als musikalischen Humor bezeichneten «Dancer in Love» bewiesen die beiden Musiker fantastisches Können. Es waren nicht nur die gefühlvollen Schwingungen in den Melodien, die das Publikum gefangen nahmen. Es waren die Ausstrahlung, die enorme Spielfreude wie auch das aussergewöhnliche Können der Musiker, welche das Publikum so begeisterten, dass es nach einer zweiten Zugabe verlangte.

Text: Berner Oberländer vom 29.5.2018, Verena Holzer

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