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Schwingungen bei den Schlosskonzerten

Die 73. Konzertreihe des Vereins Schlosskonzerte im Wonnemonat ist der Technik und, als Gegenthema, der Inspiration gewidmet. Zwischen dem 5. und 30. Mai finden in der Schlosskirche acht Konzerte statt.

«Technik und Inspiration» – so lautet das diesjährige Rahmenthema der acht Konzerte in der Schlosskirche. Dass die zum Einsatz kommenden Instrumente technisch auf der Höhe sein werden, ist das eine. Für das andere, die handwerkliche, instrumentale Technik, werden die Künstlerinnen und Künstler garantieren, die an diesem Spiezer Musikfestival auftreten. «Indessen wird auch perfekte Technik allein noch nicht zu berühren vermögen. Damit die Musik beim Zuhörer auch ankommt, werden die Musikerinnen und Musiker dann ihre ganze Leidenschaft und volle Inspiration einwerfen», schreibt der organisierende Verein.

Auftakt zu Ehren der Orgel

Mitten in dieses Gegenthema führt gleich der erste Konzerttag am 5. Mai ein. Dann wird erstmals die frisch restaurierte Bossart- Orgel, die nach fast zwei Jahren sorgfältigsten Restaurierens in ihre ursprüngliche Erscheinung mit grossartigem Klang und technischer Zuverlässigkeit zurückverwandelt worden ist, zum Erklingen gebracht. Am Morgen «erzählen» der Cembalovirtuose und Organist Vital Julian Frey und Marianne Vogel Kopp in Worten im Kinderkonzert das Geheimnis des Organisten Fiffaro. Im gemeinsam mit der Stiftung Schloss Spiez durchgeführten Ein­weihungs­konzert lassen nachmittags der hiesige Marc Fitze und sein ehemaliger Lehrer Guy Bovet die Königin der Instrumente auch unter Beizug einer Portativ-Orgel dann glanzvoll sprechen. Gespielt werden Werke aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Maurice Imhof

Zum Muttertag nehmen am 12. Mai fünf Blechbläser in einer Matinee nicht nur Mütter mit auf die Reise durch ein Programm mit barocken, romantischen und modernen Highlights. Der musikalische Bogen der fünf Profis vom Quintetto Inflagranti spannt sich von Renaissance- Tänzen über musikalische Souvenirs der Klassik und Romantik bis zu jazzigen Rhythmen und bekannten Musicalmelodien. «Jazz Inspired by Classic» bietet am Mittwoch, 15. Mai, der 23-jährige Pianist Maurice Imhof zusammen mit zwei um eine Generation älteren und renommierten Triokollegen am Schlagzeug und Bass.

Im fünften Schlosskonzert am 17. Mai spielt das Gringolts Quartet Mozart, Schostakowitsch und Brahms. Ein Feuerwerk für vier Hände entzündet am Freitag, 24. Mai, das italo­amerikanische Pianisten-Ehepaar Trick-Alderighi. Auf einem Flügel spielen sie, nach Ansage, «humorvoll und mitreissend» aus dem Repertoire des klassischen Klavierjazz Swing, Stride, Balladen und Blues.

Grösse mit «Amerika!»

Am Mittwoch vor Auffahrt (29.5.) nimmt Sebastian Knauer die Zuhörer mit in die musikalische Welt Nordamerikas des 20. Jahrhunderts. Der bekannte deutsche Pianist verschreibt sich in dem von ihm selbst moderierten Programm ganz dem «American Way of Sounds» und den Komponisten des 20. Jahrhunderts, allen voran George Gershwin und auch Leonard Bernstein. Das letzte Maikonzert an Auffahrt bringt Turbulenzen rund um die Liebe in die romanische Schlosskirche. In Liedern von Hugo Wolf und Kurt Weill werden Liebesmühen thematisiert, und die in Spiez auch schon aufgetretene Sopranistin Marysol Schalit sowie ein Bariton und eine Pianistin setzen eine Kurzoper in Szene, wobei die Frage nach einem Happy End bis dann noch offen bleiben darf.

An einigen der Konzerte wird traditionsgemäss ein Apéro offeriert, an dem sich die Konzertbesucher untereinander oder auch mit den Künstlern austauschen können. Der Verein Schlosskonzerte Spiez hat für die 73. Ausgabe ihrer Konzertreihe einen Wunsch: «Technik und Inspiration – ein magisches Paar in der Musik – sollen die aufmerksamen Besucher der Schlosskonzerte sowohl staunen als auch entspannen lassen.»

Text: Berner Oberländer vom 4.4.2019, Gret Beusch/jss

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