Presse

3. Schlosskonzert

Mozarts Genie geehrt

La Ciaccona und das Casal Quartett hielten, was ihre Namen versprachen: Ihre Klänge bezauberten in der Schlosskirche Spiez.

Mal neckisch verspielt, mal stürmisch und doch immer begleitet von kaum fassbarer Melancholie schwebten die Klänge durch die vollständig ausverkaufte Schlosskirche Spiez. "Zauberflöte - Flötenzauber" hiess dieses dritte Schlosskonzert und die sechs Musikerinnen und Musiker von La Ciaccona und dem Casal Quartett hielten, was sie versprachen. Differenziert verlieh jeder Einzelne der Beteiligten den Werken Mozarts, Vivaldis und Händels ein Stück seines Charakters. Auch wer keinen Sitzplatz mit Blick auf die Musiker hatte, fühlte deren starke Ausstrahlung, die das Publikum von Beginn weg in Bann zog.

Schmeicheln oder morden?

Mit Auszügen aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte" stand ein eigentliches Highlight im Programmhef die Spiezer Ehrung zum 250. Geburtstag des Salzburger Komponisten. Die kleine Besetzung mit zwei Violinen, Viola, Cello, Cembalo und Blockflöte funktionierte bestens und bewies, dass Mozarts Oper eigentlich ein Singspiel ist. Mit flinken Fingerläufen, finessenreich ausgemalten Melodieabfolgen und charmanter Vorwitzigkeit fesselte Maurice Stegers Flötenspiel das Publikum auch in Spiez. Das Papageno-Motiv darf bei einem Flötisten keinesfalls fehlen" ebenso wenig wie die feine Ironie, die diesem Stück innewohnt. Doch dass Stegers Flötenklänge nicht nur schmeicheln und verführen können, bewies die Arie der Königin der Nacht, "Der Hölle Rachen": Mordlust und Machtgier schwebten auf einmal durch die kleine romanische Kirche.

Höfisches Gepränge

Von höfischem Pomp, in dem sich vorwitzig die Stimme der Flöte meldet, "erzählte" Händels Concerto für Piccoloflöte in B-Dur. Ernsthafter dagegen Mozarts Sonate für Cembalo und Violine in G-Dur, die von der Violinistin Daria Zappa und Naoki Kitaya am Cembalo virtuos gespielt wurde. Die Aufgabe, für den krönenden Abschluss zuständig zu sein, hatte Vivaldi: Sein Concerto in G-Dur versprühte Fröhlichkeit und bot den sechs Musikerinnen und Musikern noch einmal Gelegenheit, ihr zauberhaftes Zusammenspiel zu beweisen.

Text: Berner Oberländer Heinerika Eggermann

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