Presse

Spezieller Auftakt zu den 60. Schlosskonzerten Spiez

Die Urmusik hallte tief im Berg

Ein besonderes Klang-erlebnis in der Stille und Dunkelheit im Innern des Berges gabs zum Auftakt der 60. Schlosskonzerte Spiez. In der Kaverne Hondrich brachte Beat Weyeneth Steine zum Schwingen und Klingen.

Das erste Konzert fand eine Woche früher statt, da zum Auftakt des 60. Geburtstages der Schloss-konzerte Spiez eine Spezialität an einem ungewöhnlichen Konzertort geboten wurde. Der Weg führte in die von der Armasuisse betriebene, naturbehauene Kaverne Hondrich. Da war die Stille vollkommen. Der Einladung folgte ein experimentierfreudiges Publikum" am Nachmittag kamen 60 Personen, am Abend waren es 110 neugierige Besucherinnen und Besucher. Die Aufführungen dauerten je eine Stunde. Die Instrumente waren an verschiedenen Orten in der "Höhle" aufgebaut, und das Publikum konnte seinen Standort frei wählen.

Ein besonderes Erlebnis war es, durchs Portal in die Kaverne hineinzumarschieren, ins Dunkel des Berginnern einzutauchen und den Schwingungen und Klängen zu lauschen. Es gab dichte Momente, diese wirkten sakral. Da wurde es plötzlich still im Publikum, das Mystische des Raums breitete sich aus. Am Abend gelang es Weyeneth erneut, den Klang zu intensivieren und auch liegende wie schwebende Töne hervorzuzaubern. "Unglaublich, was der Künstler alles aus den Steinen herausholt", "Erfüllend", "Ich bin wieder ganz bei mir selbst" oder "Ein schlichter Wohlklang": So lauteten die Echos aus dem Publikum.

In Schwingung gebracht

Mit viel Gespür liess der Klangforscher, Musiker und Instrumentenbauer Beat Weyeneth seine mit Sorgfalt gesammelten und bearbeiteten Steine erklingen. Serpentin, Fonolith (Klangsteine) und weitere Gesteine haben einen zentralen Platz in seinem Instrumentarium. In der Kaverne beeindruckte der Klangkünstler, wie er durch Klopfen, Schlagen (Steinxylofon), Streichen und Reiben (mit Steinen, Händen" mit und ohne Wasser) seine Materialien in Schwingung versetzte.

Mit grosser Intensität verbreitete Beat Weyeneth im Raum warme und helle Klänge. Er spürte dem Klang nach und merkte bald, dass sich die ideale Akustik des leeren Raumes mit den Zuhörenden stark veränderte. Die Schwingungen der verschieden grossen, liegenden oder aufgehängten Steine erweiterte er mit Kora (westafrikanische Harfe), Fujara (slowakische Hirtenflöte), Gongs und Holzklängen. Als Instrumentenbauer gelang es Beat Weyeneth, Musik, Handwerk, Erfindergeist und Klangforschung zu einer Einheit zu verbinden.

Text: Berner Oberländer

zurück