Programm

Informationen zu den Schlosskonzerten Spiez 2005

1. Konzert

Mittwoch, 4. Mai 2005, 19.00 Uhr

jung und leidenschaftlich

Studierende der Hochschule der Künste Bern

Klarinetten-Quartett (Schlosskirche)
Violoncello/Akkordeon (Gartensaal)
Querflöte solo (Schlossgraben)

Karten zu Fr. 30.--/Schüler, Lehrlinge und Studenten gratis

Anschliessendes Après-Concert inklusive

2. Konzert

Sonntag, 8. Mai 2005, 10.00 Uhr

WorldmusicMatinée

The World Quintet (ehemals "Kol Simcha")
Michael Heitzler, Clarinet; Ariel Zuckermann, Flutes
Oliver Truan, Piano; Daniel Fricker, Bass
David Klein, Drums und Moderation

Karten zu Fr. 30.--/Schüler, Lehrlinge und Studenten Fr. 10.--

Anschliessender Apéro unter den Kastanien inklusive

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3. Konzert

Samstag, 14. Mai 2005, 20.30 Uhr

UngarnSchweizer

Sarastro-Quartett
Ralph Orendain, Roman Conrad, Violinen
Hanna Werner-Helfenstein, Viola; Stefan Bracher, Violoncello
Matthias Dieterle, Moderation

Werke von Sandor Veress, Janos Tamas und Bela Bartok

Karten zu Fr. 30.--/25.--

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4. Konzert

Freitag, 20. Mai 2005, 20.30 Uhr

WeltReise

Trio d'Accordo
Ursula Koelner, Violine; Gabriela Meier, Gitarre und Akkordeon
Ronald Dangel, Kontrabass

Konzertante Tangos und virtuose Zigeunermusik von Argentinien bis ans Schwarze Meer

Karten zu Fr. 30.--/25.--

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5. Konzert

Mittwoch, 25. Mai 2005, 16.00 Uhr

KinderKonzert

Linard Bardill

Lieder und Gschichte us em Rucksack vom Andri

Kinder Fr. 12.-/Erwachsene Fr. 18.--

Konzert geeignet für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren

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6. Konzert

Freitag, 27. Mai 2005, 20.30 Uhr

WörterMusig u TonGschichte

Annerös Hulliger, Grossi Orgele, Tafelclavier u Reiseörgeli
Marlise Fischer, Theaterfrou

E Zämeklang vo Schwizzer Musig u Sprach zum Lose, Luege u Bherte

Karten zu Fr. 30.--/25.--

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7. Konzert

Sonntag, 29. Mai 2005, 10.00 Uhr

JazzMatinée

Rossano Sportiello, Piano
Reggie Johnson, Kontrabass

Karten zu Fr. 30.--/Schüler, Lehrlinge und Studenten Fr. 10.--

Anschliessender Apéro unter den Kastanien inklusive

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Detailinformationen zu den Konzerten

WorldmusicMatinée

The World Quintet (ehemals "Kol Simcha")
Michael Heitzler, Clarinet; Ariel Zuckermann, Flutes
Olivier Truan, Piano; Daniel Fricker, Bass
David Klein, Drums und Moderation

Bandgründer David Klein wird mit hintergründigen Kommentaren durch das Programm führen. Seine witzigen Moderationen suchen in der Jazzwelt ihresgleichen!
Sämtliche Kompositionen und Bearbeitungen stammen von Olivier Truan, Michael Heitzler und David Klein. Man darf gespannt sein auf die wilde"Wedding Suite" oder auf den harten Tag eines Klarinettisten, der nach durchzechter Nacht einen Kater verarbeitet:"Naphtule is having a bad day". Ganz anders wiederum die Klangwelt des grossen Menschheits-Themas "Vergebung", das mit ganz leisen, weichen Tönen ein bewegendes Musik-Statement entfaltet.

Der unnachahmliche Sound des World Quintets (ehemals "Kol Simcha") fesselt seit der Ensemblegründung das anspruchsvolle Publikum sowohl der New Yorker Carnegie Hall als auch das der renommiertesten Jazz-, Klassik- und Weltmusikfestivals auf drei Kontinenten. Mit ihrer ganz persönlichen Musiksprache, ihrer mitreissenden Spielfreude und Virtuosität schaffen die "Fantastischen Fünf" (Die Welt) in ihren Konzerten eine einzigartige Atmosphäre und werden weltweit mit Standing Ovations gefeiert.

Klarinette und Flöte, untermalt von einer eng miteinander verwachsenen, groovenden Rhythmusgruppe, bestehend aus Klavier, Kontrabass und Schlagzeug, verbinden die verschiedensten Stile und Einflüsse zu einem einzigartigen Klanggefüge. Dieser bahnbrechende Mix aus komplexen Jazz-Improvisationen und virtuosen Elementen der abendländischen Klassik, sinnlichen Balladen und exotischen Melodien aus dem Mittelmeerraum wird von der Fachpresse zu Recht als eine "neue Weltmusik" (The Independent) gefeiert.

Neben ihrer Konzerttätigkeit bereicherten die Mitglieder des World Quintets zahlreiche international gefeierte Theater-, Tanz- und Filmproduktionen um eine emotionale Dimension. Nachdem sie bereits Teile der Filmmusik zu Caroline Links Oscar-nominiertem Drama "Jenseits der Stille" eingespielt hatten, schrieben sie den gesamten Soundtrack für Oscar-Gewinner Xavier Kollers "Gripsholm" und schufen eine Reihe von Neuvertonungen von Tucholsky-Texten für die Hauptdarstellerin und Sängerin Jasmin Tabatabai, mit der das Ensemble auch im Film auftrat.

Im Repertoire des World Quintets findet sich ausserdem ein vom Pianisten des Ensembles, Olivier Truan, komponiertes, abendfüllendes Programm für Quintett und Symphonieorchester (aufgeführt u. a. mit den London Mozart Players, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und der Radiophilharmonie Hannover), welches musikalische Grenzen sprengt und weltweit ein breites Publikum begeistert.

Auf der neusten Veröffentlichung "The World Quintet" (Enja) aufgenommen in den Abbey Road Studios in London ist neben den renommierten London Mozart Players auch Herbert Grönemeyer zu hören, der ein vom "World Quintet" vertontes Gedicht der jungen Lyrikerin Selma Meerbaum-Eisinger interpretiert und sich für diese Zusammenarbeit erstmals zu einem Gastauftritt entschlossen hat.

Ein weiteres Projekt ist die Ballettmusik "La Fermosa" komponiert von Olivier Truan für Quintett und Symphonieorchester welche 2005 an der Bayrischen Staatsoper München uraufgeführt wird.

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Samstag, 14. Mai 2005, 20.30 Uhr

UngarnSchweizer

Sarastro-Quartett
Ralph Orendain, Roman Conrad, Violinen
Hanna Werner-Helfenstein, Viola; Stefan Bracher, Violoncello
Matthias Dieterle, Moderation

Die ungarischen Komponisten Béla Bartók, Sándor Veress und János Tamás waren der Schweiz auf unterschiedliche Weisen verbunden: In jungen Jahren schätzte Bartók vor allem den Erholungswert und fuhr gerne in die Alpen. Später unterhielt er intensive, künstlerisch fruchtbare Freundschaften. Für Veress und Tamás war die Schweiz zunächst Exilland. Veress flüchtete schon 1949, bei den frühsten Anzeichen anhaltender Stalinisierung Ungarns, Tamás, wie die meisten Exilungarn, nach der Niederschlagung des Aufstands 1956. Veress war in Ungarn bereits ein hoch angesehener Komponist, Ethnologe und Lehrer (zu seinen Schülern zählten in Budapest György Ligeti und György Kurtág) und offiziell als Nachfolger von Bartók und Kodály vorgesehen; Tamás beendete seine an der Budapester Liszt-Ferenc-Akademie angefangene Ausbildung in Bern bei Veress, begann seine eigentliche Komponistenlaufbahn also erst in der Schweiz.
Obwohl die ersten in der Schweiz entstandenen Werke von Veress von einem produktiven Schub getragen waren, der sich auch "helvetischen" Impulsen verdankt "prägend war zum Beispiel die Malerei Paul Klees, die er im Haus Müller-Widmanns auf dem Basler Bruderholz (Das Gastrecht habe ich von Bartók geerbt", so Veress) kennen lernte und die ihn zur Komposition der "Hommage ã Paul Klee" (1951) anregte, war die Exilsituation für Veress nicht ohne Bitterkeit. Die "Berner Enge" war ihm eine leidvolle Erfahrung: Veress klagte über die "Schwerfälligkeit und Witzlosigeit" seiner "Wahlkompatrioten.
Veress empfand sich nicht als "Ungarnschweizer", sondern als ungarischer Komponist im Exil - dies verbindet ihn mit der Situation Bartóks in Amerika. Auch Tamás besass, trotz schweizerischem Bürgerrecht, Züge einer solchen Exilidentität. Symptome von "Sprachverlust" in ihrer Musik erklären sich aus dem Umstand, dass die direkte Verbindung zu ihrem massgeblichen Sprachraum unwiderruflich gekappt war.
Im Gegensatz zu Bartók wird die Musik von Veress und besonders von Tamás in der Schweiz (und auch anderswo) nicht übermässig beachtet. Dabei gab Tamás der Aargauer Musikszene wichtige Impulse und Veress Einfluss auf das helvetische Musikleben ist kaum zu unterschätzen: Heinz Holliger, Roland Moser, Urs Peter Schneider, Hans Wüthrich, Jürg Wyttenbach und andere bedeutende schweizerische Komponisten gingen durch seine Schule. Nach Tätigkeiten am Zürcher Opernhaus und am Städtebund-Theater Biel-Solothurn war Tamás in den letzten 24 Jahre seines Lebens Leiter des Aarauer Orchestervereins und Klavierlehrer an der Alten Kantonsschule in Aarau. 1995 beging er in seinem Aarauer Domizil Selbstmord. Drei Jahre zuvor war Veress in Bern gestorben, und zwar als "Schweizer": Nachdem er sich seit spätestens 1972 um das Schweizer Bürgerrecht bemüht hatte, wurde es dem Schwerkranken am 12. Dezember 1991, keine drei Wochen vor seinem Tod, gegönnt.

nach Michael Kunkel

Das Sarastro-Quartett wurde 1994 in Winterthur gegründet. Es entstand aus grösseren Formationen wie dem Orchester Musikkollegium Winterthur, dem Schweizer Oktett und dem Streichsextett Zürich.
Besonderes Gewicht legt das Sarastro Quartett auf inhaltliche Bezüge bei der Programmgestaltung und eine spezielle Konzertatmosphäre an reizvollen Orten:
Portraits von weniger bekannten Komponisten gehören ebenso dazu wie Kombinationen von Werken aus demselben Kulturraum oder mit derselben Entstehungszeit.
1997 etablierte sich das Sarastro Quartett mit der CD-Einspielung der beiden Streichquartette von Eugène d'Albert bei "pan classics" in der Spitze der schweizerischen Streichquartettszene. Das grosse positive Echo in der Fachpresse und die Auszeichnung durch Schweizer Radio International führten zu weiteren CD-Projekten beim gleichen Label. So erschien bei "pan classics" eine Einspielung selten aufgeführter Werke des Komponisten Franz Schmidt in Zusammenarbeit mit dem Pianisten Karl-Andreas Kolly und dem Orchester Musikkollegium Winterthur.
Die neuste CD mit den beiden Streichquartetten von Camille Saint-Säens wurde mit dem Prädikat R10 ausgezeichnet, was die Höchstpunktzahl bei der Beurteilung durch die französische Fachzeitschrift "Répértoire" bedeutet.
1999, anlässlich seines fünfjährigen Bestehens, gab das Sarastro-Quartett mit dem viel beachteten Gedenkkonzert zum 100. Geburtstag des jüdischen Komponisten und Holocaustopfers Pavel Haas sein Debutkonzert in der Tonhalle Zürich. Im darauf folgenden Jahr folgte es einer Einladung als "Quartet in Residence" zur "11e Semaine Internationale de Piano" in Blonay. Im Frühjahr 2002, 2003 und 2004 war das Sarastro-Quartett jeweils mit zwei aussergewöhnlichen Programmen an den von ihm initiierten Kammermusiktagen Schloss Lenzburg zu hören.

Matthias Dieterle wurde am 5. Oktober 1941 geboren. Er lebt in Aarau. Als Heilpädagoge arbeitet er seit 1983 im Zentrum für körperbehinderte Kinder in Aarau. Er veröffentlichte verschiedene Bücher und Beiträge in Anthologien und veranstaltet Rezitationsabende mit Musikern. Ausserdem leitet er die Galerie in der Buchhandlung "Goldenes Kalb" in Aarau.

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Freitag, 20. Mai 2005, 20.30 Uhr

WeltReise

Trio d'Accordo
Ursula Koelner, Violine
Gabriela Meier, Gitarre und Akkordeon
Ronald Dangel, Kontrabass

Konzertante Tangos und virtuose Zigeunermusik von Argentinien bis ans Schwarze Meer

Die Küstenstadt Buenos Aires war für zahlreiche Menschen aus Europa Anziehungspunkt auf der Suche nach einem besseren Leben. Alle brachten ihre eigenen Melodien, Sehnsüchte und Hoffnungen mit, so entstand der Tango auf der Strasse, in den Cafés und Hafenquartieren. Astor Piazzolla machte schon als kleiner Junge erste Erfahrungen als Bandoneonist im Orchester von Anibal Troilo. Umfassen ausgebildet, auch in klassischer Komposition, hat er den instrumentalen Tango modernisiert und ihm eine neue konzertante Form gegeben. Diese Tango Nuevos sind vielfarbige musikalische Stimmungsbilder der pulsierenden Stadt am Rio de la Plata.

Klezmer-Musik ist die traditionelle Instrumentalmusik der jiddischsprachigen Juden Osteuropas. Klezmorim spielten zu Festen der Gemeinden, vor allem aber zu jüdischen Hochzeiten, die oft zwei bis acht Tage dauerten. Tsimbl (Hackbrett), Geige und Kontrabass bildeten in der Regel ein Ensemble, aus Russland kam das Akkordeon dazu.

Virtuosität und Melodienseligkeit gehören zu den Merkmalen der Salonmusik und viele Komponisten haben neben ernsthafteren Stücken diverse Morceaux dieses Genres geschrieben. In ganz Europa erklangen diese charmanten Charakterstücke in Kaffeehäusern und Salons. Das Trio d'Accordo reist ihnen musikalisch nach.

In Russland und Rumänien gehörten Zigeuner als hochgeschätzte Musiker zu jedem Fest oder grossen Ball. Sie bereicherten ihre eigenen Stücke mit Melodien, die sie auf ihren Wanderungen kennen lernten. So leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung von Musik, lange vor dem Radio oder der Schallplatte.

Insgesamt bietet das Trio d'Accordo ein Hörvergnügen mit Musik voller Sehnsucht und Leidenschaft.

Seit 1993 konzertieren drei MusikerInnen zusammen als Trio d'Accordo. D'accordo heisst "einig, einverstanden sein" und steht für den aussergewöhnlichen Zusammenklang von Violine, Gitarre oder Akkordeon und Kontrabass. Das Publikum wird überrascht und zweifelsohne hingerissen sein vom sprühenden Temperament und der Vielfalt an Farben und Klängen, denen es auf dieser WeltReise begegnen kann.
Ihre geigerische Ausbildung erhielt Ursula Koelner bei Ottavio Corti, Nicolas Chumachenco und Hansheinz Schneeberger. Zusätzlich erwarb sie das Lehrdiplom für Klavier bei Annette Weisbrod. Sie war einige Jahre im Tonhalle-Orchester Zürich engagiert, wo sie heute noch als Zuzügerin wirkt, ebenso springt sie im Orchester der Oper Zürich ein. Am Konservatorium Zürich unterrichtet sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihre Tätigkeit wird durch solistische Aufgaben und Mitwirkung in verschiedenen Ensembles bereichert.
Die Musikerin Gabriela Meier beherrschte bereits mit acht Jahren ihr erstes Instrument, das Akkordeon. Sie wurde Preisträgerin am "Coupe suisse de l'accordéon". Nach ihrem Gitarrestudium an der Musikhochschule Zürich entwickelte sie mit beiden Instrumenten eine rege kammermusikalische Tätigkeit. Sie erteilt an der Pädagogischen Hochschule Zürich auf beiden Instrumenten Unterricht und ist auch mit Kammermusik- und Improvisationskursen aktiv an der musischen Ausbildung zukünftiger Lehrer beteiligt.
Der Kontrabassist Ronald Dangel durchlief sein Studium in Zürich bei Harald Friedrich. Wichtige weitere Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Gary Karr, Franco Petracchi und Duncan McTier. Seit 1986 ist er Mitglied des Tonhalle-Orchesters Zürich, seit 1991 Solokontrabassist und aktuell Stimmführer der Bassgruppe. Im Trio d'Accordo kann er seine phänomenal weitläufigen Klangvorstellungen verwirklichen.

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Mittwoch, 25. Mai 2005, 16.00 Uhr

KinderKonzert

Linard Bardill

Lieder und Gschichte us em Rucksack vom Andri

Andri ist ein Hirt und treibt im Herbst seine Rinder von der Alp hinunter. Dann wandert er mit seinem Hund Tarru zu Fuss nach Zürich. Er hat seine Rucksackgitarre, das Charango, dabei und singt allen Freunden, denen er unterwegs begegnet, seine Lieder vor. Dort, wo der hintere und der vordere Rhein zusammenfliessen, findet er ein geheimnisvolles Buch, und der Titel des Buches lässt ihm keine Ruhe mehr: "Wer dieses Buch liest, kommt bis ans Ende der Welt." Dieses geheimnisvolle Buch führt Andri über verschiedene Stationen nach Amerika, wo er zum ersten Mal seine Tochter Andrea trifft. Gemeinsam entdecken die beiden das Ende der Welt. Wo und wie das Ende der Welt ist, wird aber hier nicht verraten.
Die Geschichten und Lieder "us em Rucksack von Andri" sind ursprünglich als Auftragsarbeit für den "Kinderclub" von Radio DRS entstanden. Ihre Ausstrahlung fand ein derart grosses Echo, dass daraus eine Doppel CD/MC wurde und ihr Erfinder Linard Bardill seither damit Kinderkonzerte bestreitet.
Das Programm vermag auch junge und kritische Zuhörer zu begeistern. Die abenteuerliche Geschichte des Andri spielt zwischen Realität und Fiktion, zwischen Action und Poesie. Wer sich mit Andri auf die Reise begibt, wird mitgerissen von seinen teils frechen, teils besinnlichen Liedern. Linard Bardill versteht es, die Kinder in eine Welt zu entführen, in der Liebe und Freundschaft und verschiedene Formen des friedlichen Zusammenlebens gelingen. Dabei verwebt er gekonnt und witzig englische Begriffe mit seinem breiten Bündner Dialekt.

Der Liederer, Autor und Geschichtenerzähler Linard Bardill wurde 1965 in Chur geboren. Von seiner rätoromanischen Mutter bekam er die Empfindsamkeit und die Sprache mit, von seinem Walser Vater die Zähigkeit und die Liebe zu den Bergen. Diese "Ausrüstungen", sowie die Alp- und Traumlandschaft Graubündens prägten seinen Werdegang. Er beendete sein Theologiestudium 1984, tauschte aber sofort die Kanzel mit der Bühne. Nach Anläufen als Poet stellte er 1985 sein erstes Bühnenprogramm vor. Seither ist er mit vielen Lied-Programmen, einigen Theaterstücken, einem Fernsehspielfilm, Jugendbüchern und Kinderkonzerten im ganzen deutschen Sprachraum zu einem Begriff für Kreativität und Alltagsphilosophie geworden.

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Freitag, 27. Mai 2005, 20.30 Uhr

WörterMusig u TonGschichte

Annerös Hulliger, Grossi Orgele, Tafelclavier u Reiseörgeli
Marlies Fischer, Theaterfrou

Sprach u Musig usgläse u zämegschteut vo der Annerös Hulliger

Mit WörterMusig u TonGschichte hat die Organistin Annerös Hulliger für Spiez ein durch und durch schweizerisches Programm entwickelt. Kongenial verbindet sie darin Mundart-Lyrik mit selten gehörten, oft volksliedhaften Orgelkompositionen. Marlise Fischer versteht es, die Atmosphäre der oft doppelbödigen Dichtung präzise wiederzugeben.

"Wörter/in es/Reieli/schteuue/verzeuue/u lose/wi si tüe/tööne/bim Gheie" lautet der viel versprechende Auftakt aus der Feder von Christian Schmid-Cadalbert. Und schon verschränken sich tänzerische Variationen des Autodidakten und späteren Münsterkantors Niklaus Käsermann mit alltäglichen Beobachtungen rund ums Kommunizieren des Solothurner Lehrerpoeten Ernst Burren. Philosophisches von Kurt Marti zur "Zeit" stösst auf "Stückli" aus dem in einer wohl verschnürten Kartonschachtel überlieferten Oeuvre des Dürrenrothers Arnold Christen.
Die Variationen zum schönsten aller Schweizer Lieder, "S Vreneli vom Guggisbärg", sind fantasievolle TonGschichte von Annerös Hulliger persönlich, ebenso die nachfolgenden "neuen Töne für den alten Berner Marsch" - eine leicht ironische Auseinandersetzung mit Tradition und Fortschritt im "Staate Bern". Mit Kurt Martis "Heimatkund" geht es schliesslich auf Schweizerreise, begleitet von Tänzen des vielseitigen Juristen, Poeten und Komponisten Johann Anton Sulzer. Stimmig kommt hier das "Reiseörgeli" zum Einsatz. Zu Berner Tänzen aus einer alten, anonymen Notensammlung kommt zu guter letzt sogar die göttliche Trinität in Schwung, so beschreibt es augenzwinkernd Kurt Marti in seinem kleinen Hymnus "dasch musig".

Annerös Hulliger verbrachte ihre Jugendjahre im Emmental, wo sie im elterlichen Gasthof vielfache Anregung zum Klavierspiel erhielt: Klingende Unterhaltung am Klavier liessen sich die Gäste nach einem währschaften Sonntagzmittag nicht ungern gefallen. Der Gang zur Kirche war nicht weit, alle Aufmerksamkeit galt fortan dem Orgelspiel. Das Musikstudium fand sie allerdings erst nach dem Umweg über eine "solide Berufsausbildung" und nach mehrjähriger Primarlehrertätigkeit.

Nach ihrer Ausbildung mit Lehr- und Konzertdiplom für Orgel und der Weiterbildung bei den europäischen Meisterorganisten M.C. Alain, A. Heiller, L.F.Tagliavini, H.Vogel, bereiste Annerös Hulliger als Konzertorganistin neben der Schweiz auch Deutschland, Oesterreich, Finnland, Dänemark, Frankreich und Italien. Weiter wirkt sie als Kursdozentin sowie als Organisatorin und Leiterin von viel besuchten Reisen "Rund um die Orgeln".

Annerös Hulliger pflegt ein Repertoire, das charakterisiert ist durch ihre stete Suche nach Partituren abseits der üblichen Pfade. Sie versteht sich als unermüdliche Prophetin eines lebendigen, variantenreichen Orgelspiels.

Die Schauspielerin Marlise Fischer wurde1953 in Bern geboren. 1976 schloss sie in der gemütlichen Geburtsstadt die Schauspielschule ab und war danach 14 Jahre im festen Ensemble am Berner Stadttheater tätig. Seit etlichen Jahren arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin u. a. in Ingolstadt, St. Gallen Luzern, Zürich, Berlin Frankfurt. 1999 erhielt sie den Schauspielerpreis des Bayrischen Theatertreffens. Neben der Theaterarbeit und diversen Arbeiten
in Film und Radio wirkt sie als Dozentin für Rollenstudium und als Kursleiterin von "Stimme und Kommunikation".
Momentan laufen die Vorbereitungen im Landschaftstheater Ballenberg zum Stück "Die Stickerin und der Fergger", in dem sie die Stickerin spielen wird. Bereits 2003 verbrachte sie einen wunderschönen Sommer als Wirtin in "Jürg Jenatsch" auf dem Ballenberg.

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Sonntag, 29. Mai 2005, 10.00 Uhr

JazzMatinée

Rossano Sportiello, Piano
Reggie Johnson, Kontrabass

Rossano Sportiello wurde am 1. Juni 1974 in Vigevano, einer Kleinstadt in der Nähe von Milano, Italien, geboren. Von seinem neunten Lebensjahr bis zum Abschluss mit 22 Jahren absolvierte er eine formale Klavier-Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt. Er belegte auch die ersten vier Jahre eines 10-jährigen Kompositionskurses.
Mit ungefähr 15 fand er Gefallen am Jazz und an der Musik von Duke Ellington und Bill Evans. Bald darauf machte ihn ein Freund mit den Piano-Pionieren Fats Waller, James P. Johnson, Jelly Roll Morton und Willie "The Lion" Smith bekannt. Begeistert von deren Musik machte Rossano seine ersten Versuche, Jazz-Piano zu spielen. Er war vielleicht 18, als ihm ein Freund Aufnahmen von Ralph Sutton vorspielte. Rossano begann Ralph Sutton zu kopieren, seine Art zu phrasieren und vor allem die Art, wie er andere Musiker begleitete. Seither hat er sich noch von vielen anderen Pianisten inspirieren lassen.
Seine ersten professionellen Erfahrungen machte Rossano Sportiello mit der Milano Jazz Gang im Jahre 1992. Während neun Jahren, bis 2001, war er Mitglied dieses Orchesters, das seit den frühen siebziger Jahren in Italien grosse Popularität geniesst. Ungefähr zur gleichen Zeit begann er auch, mit dem Saxophonisten und Klarinettisten Paolo Tomelleri zu arbeiten. Nachdem Rossano wie andere Jazzpianisten eine Weile als Sideman in den verschiedensten Formationen gewirkt hatte, wurden immer mehr Konzertveranstalter auf sein aussergewöhnliches Talent aufmerksam und engagierten ihn als Leader. Seither stellt Rossano seine eigenen Formationen zusammen, oft sind es Piano Trios, oder er tritt als Solopianist auf.
Eine bedeutende musikalische Erfahrung war die Begegnung mit dem amerikanischen Posaunisten Dan Barrett am Ascona Festival1998. Sie inspirierte Rossano dazu, mehr Wert auf Phrasierung und essentielle Aussage seiner Musik zu legen. An den Ascona Festivals 2002 und 2003 wirkte er als intuitiver Begleitpianist in Dan Baretts Festivalformationen mit. Diese Bekanntschaft führte zu weiteren Engagements, u. a. 2003 am "International March of Jazz" in Florida.

Reggie Johnson wurde am 13. Dezember 1940 in Owensboro, Kentucky (USA) geboren. Zunächst spielte er 10 Jahre lang Posaune, bevor er zum Kontrabass wechselte, welcher mittlerweile seit über 40 Jahren sein Instrument ist. Er studierte privat bei Ron Carter und bei Robert Brennand, damals erster Bassist bei den New Yorker Philharmonikern. Seine Bassidole sind Oscar Pettiford, Ray Brown, Paul Chambers und Ron Carter.
Reggie Johnsons Spiel ist von ausserordentlicher Vielseitigkeit; er ist in fast allen Stilen bewandert. Seine berufliche Erfahrung schliesst auch die Tätigkeit als Studiomusiker für Film, Fernsehen und Werbung in Los Angeles und New York ein.
Er hat mit einer Vielzahl von Musikern gespielt und aufgenommen.
Nachdem Reggie Johnson in New York, Los Angeles und Washington D.C. gelebt und gearbeitet hatte, verlegte er seinen Wohnsitz vor einigen Jahren nach Bern, von wo aus er seither als freischaffender Musiker in ganz Europa, aber auch in Übersee tätig ist.

 

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